18.05.04

 

 

Theater   der   besonderen   Art

 

    Das Märchen  „Der kleine Muck"  wurde  im  Haus  Felsenkeller  aufgeführt  Kinder  waren  begeistert

 

Kultur und Unterhaltung bleibt auch den Kindern im Haus Fel­senkeller nicht vorenthalten: Mit dem Theaterstück „Der kleine Muck" sahen die Alten­kirchener Kiddis eine Auffüh­rung, die in der Darstellungs­weise auf eine breitgefächerte Palette an Möglichkeiten zu­rückgriff. Die Bochumer Theater-gruppe „Wilde Hummel" zeigte in agiler und erfrischen­der Weise, wie Märchen ge­konnt inszeniert werden kön­nen.

 

ALTENKIRCHEN. Muck er­blickte das Licht der Welt un­ter keinem guten Stern: Von kleinwüchsiger Statur, mit ei­nem großen Kopf, ebenfalls großen Händen und, dem nicht genug, mit unproportio­nal kleinen Füßen. Die Freun­din des gnomenhaften Muck führte das gespannt lauschen­de junge Publikum durch das abenteuerliche Leben des Ti­telhelden und schlüpfte dabei als Erzählerin in verschiedene Rollen.

  Muck hatte ob seiner jäm­merlichen Figur keinen lie­benden Vater. Dieser ver­steckte seinen Sohn im Haus, weil es ihm der „behinderte Sohn" peinlich war. Später fin­det Muck einen Stock, der Schätze aufspürt, und passen­de Schühchen, mit denen er sogar fliegen kann. Am Hofe des Sultans arbeitet er als Bote, wird aber der Untreue bezich­tigt und landet schließlich im Gefängnis. Erst als Muck dem Sultan das Geheimnis seiner Schuhe und dem Stock verrät, erhält er die Freiheit zurück. Doch der kleine Held weiß, wie er sich rächen kann.............. ,

Silke Geyer, die Erzählerin  des 

Märchens, schaffte eine in den

 

 

 

Silke Geyer  von  dem  Theater  „Wilde Hummel"  schlüpfte  als Erzählerin in immer wieder neue Rollen.                     Foto: Knur

 

 

Bann ziehende Atmo­sphäre. Mit einer gelungenen  Mischung aus Bühnenbild, Lichteffekten, Kostümen, mu­sikalischer Unter-malung und Puppenspiel gelang es ihr, das Märchen spannend und faszi­nierend zu inszenieren. Stefan Büdde­mann, kümmerte sich um die Lichteffekte auf der Bühne, beziehungsweise um die mu­sikalische Begleitung des Ge­schehens.

  Den kleinen Muck spielte die Erzählerin szenenweise mit ei­ner aus Holz geschnitzten Fi­gur oder mit einer Stabfigur.
 
Einer der Besonderheiten auf der Bühne war auch das Schattenspiel: Auf einer Lein­wand projizierte Silke Geyer bunte Landschaften,

orientalische     Häuser,   Bäume 

 

 

und   Schmet­terlinge.  Der  kleine

Muck, als Schatten mit der Stabfigur dargestellt, füllte die Szenen mit Leben aus und sein Schat­tenriss bildete einen schönen Kontrast zu all den bunten Farben. Das junge Publikum war so in das Geschehen vertieft, dass die Kinder - etwa als Muck beim Wettlauf siegte - begeistert mitklatschten oder bei der Gefängnisszene dem Schmach-tenden alle Möglich­keiten zuriefen, wie auszubre­chen sei.

  Die Theatergruppe „Wilde Hummel" zeigte gekonnt, wie ein altes Märchen spannend, kindgerecht und vor allem im Zeitalter der Reizüberflutung abwechslungsreich aufge­führt werden kann, ohne dabei über-zogen zu wirken.      Rene           

 

 

 

 

 

 

WAZ                                                                                                  10.11.03

Stöckchen,  alte

Schuhe und Feigen

"Der kleine Muck" feierte  in Bochum  Premiere.

 

 

Er hat einen Kopf wie ein Kürbis, Hände wie Schaufeln und Füße wie ein Spatz: "Der kleine Muck"; und er erlebt große Abenteuer. Am Sonntag um 15 Uhr starrten große Kinderaugen gespannt auf die Bühne des Theaters ,,Wilde Hummel" im Kulturrat Lothringen und warteten darauf, dass sich der Vorhang hob.
Des kleinen Mucks Abenteuer, der sich aufmachte, um sein Glück zu suchen, beginnen im Hause einer alten Frau, deren Katzen er pflegt. Als diese eines Tages im Kampf feine Stücke der alten Dame zerstören, beschließt der Muck, dass Haus schnellstens zu verlassen - jedoch nicht, ohne seinen Lohn, der ihn noch weit bringen soll - nämlich in den Palast des Sultans und zu seltsamen Feigen.
Die Regisseurin Mo Bunte aus Berlin hat das orientalische Märchen von Wilhelm Hauff liebevoll umgesetzt. Das Ein-Frau-Puppenspiel wurde durch das Engagement der Schau- und Puppen- spielerin Silke Geyer zu einem Ereignis, das Kinderherzen höher schlagen ließ.  

 

Gekonnt hauchte sie den Figuren des Stücks und der Holzpuppe Muck Lebenein. Durch Kombination von Schattenspiel und Bildprojektionen wurde die Geschichte äußerst anschaulich erzählt.
"Die Schauspielerin arbeitet mit Masken, um eine Verbindung zu den aus Pappe und Holz bestehenden Puppen, die mit ihr die Bühne teilen, herzustellen" erklärt Mo Bunte. Während der einstündigen Vorstellung beherrschte Spannung und amüsiertes Lachen den Raum. Die Freunde Marvin (6), Tiago (6), Kenan (6) und Roberto (7) waren begeistert. Besonders witzig seien der dicke Sultan und die drei fetten Katzen gewesen, zeigten sich die vier angetan.
Auch die Mütter waren von der Aufführung eingenommen. ,,Die Puppenspielerin war mit Leib und Seele dabei. Das fand ich phan- tastisch", lobte Silke Berger aus Bochum.  Wer den kleinen Muck bei seinem Aben- teuer begleiten will, kann das noch bis morgen, 12. November, jeweils ab 10 Uhr. Karten gibt's auf telefonische Vorbestellung unter      Tel.: 890 66 80.                    · nam