Duisburg                                                                                     WAZ   12.10.2002
 

"Wilde Hummel" zum krönenden Abschluß

Theatertage faszinierte ein großes Publikum - Aufführungen an allen Tagen ausverkauft                   
Zeitu-Du-Photo14kb.jpg (13705 Byte)
Eine exellente Künstlerin ist  Silke Geyer vom Bochumer  Theater  "Wilde Hummel". Mit ihrem außergewöhnlichen Spiel faszinierte sie ihr Publikum.                         Bild: Ruhrkontrast/Frank Preuß

 

Von Gudrun Mattern                             

,,Es gab kein Stück, das nicht gezogen hätte", freut sich Bürgerhaus-Leiter Günter Fix über die äußerst positive Resonanz der Neumühler Theatertage, die sich gestern auf faszinierende und zauberhafte Weise verabschiedeten.   

Ist sie eine Zauberin, eine Hexe oder gar eine Göttin? Jedenfalls bringt es Silke Geyer, unterstützt von ihrem Partner Stefan Büddernann, der für die Technik verantwortlich ist, in ihrem Ein-Frau-Stück fertig, über 130 sehr junge Kinder in ihren Bann zu ziehen, so, dass sie sich in ein aufmerksames, ruhiges Publikum verwandeln. In einer dunklen, fast ein bisschen unheimlichen Atmosphäre, untermalt von orientalischen Klängen, erzählt sie die Geschichte, wie die Schlange zu ihrer Klapper kam mit wenig Worten und geschickt eingesetzten pantomimischem Können. Ihre Helfer, verschiedene  Tiere,  erschafft sie  vor  

 

den Augen ihrere Zuschauer, formt sie aus Ton und brennt sie vor den Augen ihrer Zuschauer, formt sie aus Ton und brennt sie in einem Ofen. Das Schöpfungwunder ist fast perfekt, nur die Schlange ist unzufrieden. In der Nacht kehrt sie zu ihrer Schöpferin, der Göttin zurück. Diese schenkt ihr aus Mitleid einen Giftzahn - Unheilvolles ist vorprogrammiert und geschieht.              Das Theater "Wilde Hummel" aus Bochum hat wieder einmal gezeigt, das Qualität überzeugt. Auch für erwachsene Zuschauer ist seine Inszenierung schon allein wegen der leisen, langsamen und sanften Art, enorme Spannung zu erzeugen, ein Erlebnis.         Fünf Tage , fünf Thetarestücke, alle ausverkauft: Mit einer Mischung aus Figurentheater und exellentem Schauspiel hat das Angebot des Bürgerhaus-Team dazu beigetragen, Kinder und Jugendliche zwischen 3 und 17 Jahren fürs Theater zu begeistern. Das richtige Händchen bei der Auswahl der Stücke verdanke man, so Günter Fix, nicht zuletzt der engen Zuammenarbeit mit Elke Bruckmann vom Kulturbüro.              

 

Aachener Zeitung                                                                  10.10.2002

,,Wilde Hummel"

erzählt Schöpfung neu

Bochumer Truppe begeistert in der Barockfabrik

Zeitungsfoto-Aachen14kb.jpg (14761 Byte)

Eine  etwas  andere   Schöpfungsgeschichte: Silke  Geyer  im Kinderstück "Wie die Schlange zu ihrer Klapper kam"                                    Foto:Andreas Schmitter

Von Boris Gremer                 Aachen. ,,Spielarten" heißt die Theatertournee‘ die bis zum 11. Oktober in 13 Städten Nordrhein- Westfalens Kinder- und Jugendtheater- stücke präsentiert. Jetzt führte die Bochumer Theatergruppe ,,Wilde Hummel" ihr Stück ,,Wie die Schlange zur Klapper kam" in der Barockfabrik auf. Rund 100 Kinder und deren Begleiter fanden zu diesem Anlass den Weg ins Kulturhaus am Löhergraben.      Mit den ersten Bewegungen auf der Bühne wich die Aufregung unter den jungen Zuschauern einer spannungs- geladenen Stille. Darstellerin Silke Geyer zeigte flott, wofür die Theatergruppe bekannt ist: wenige Worte, dafür ausdrucksstarke Bilder, Masken und Puppen - und das Ganze über weite Strecken musikalisch untermalt. Die Handlung entspricht einer alternativen Inszenierung der Schöpfungsgeschichte. Eine Schöp- ferin ist es, die in ihrem Atelier aus Knete Tiere modelliert. Diese werden nach ein paar Minuten im Ofen groß und  vor  allem lebendig.    Es entstehen

die verschiedensten Tierarten, die mit ihren typischen Lauten und entsprechender Hintergrundmusik für eine dynamische Atmosphäre im Saal sorgen. Einzig und alleine die Schlange erweist sich als leise und wird von der restlichen Tierwelt kaum beachtet, geschweige denn ernst genom- men.Deshalb erhält sie von ihrer Schöp- ferin einen Giftzahn. An ihrem ,,Problem" ändert das jedoch wenig. Der weitere Verlauf der Schöpfung sorgt aber dafür, dass auch die Schlange einen angemessenen Platz innerhalb der Natur erhält.         Das Stück zog die jungen Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute in seinen Bann. Humorvolle Szenen und emotionsgeladene Stimmungs- bilder wechselten sich ab und sorgten für Begeisterung. Nicht zuletzt die aufwendig hergestellten Puppen, die mystische Musik sowie die impro-visierten Reaktionen der Darstellerin auf Zwischenrufe aus dem Publikum sorgten wohl dafür, dass die Erin-nerung der Kinder an das ,,anima-lische" Theaterstück nicht mit Verlassen des Saales ihr Ende fand.

 

 

Altena Rundschau                                                           19.03.03

 

Einfühisames Schauspiel fasziniert

,,Wie die Schlange zu ihrer Klapper kam": Wilde Hummel spielte zum Auftakt der

Theaterwoche in der Burg Holtzbrinck.Poetische Aufführung ohne viele Worte

           Das poetische Schauspiel des Theaters Wilde Hummel bildete  den Auftakt  der Theater-           woche.                                                                                         Foto:Zelinski

ALTENA · Ein Theaterraum ist etwas Besonderes. Und wenn Petrus den Wind pfeifen lässt, wenn im rostigen Backofen ein Feuer lodert und fremd klingende Musik den Saal erfüllt, dann ist auch Theater etwas Besonderes - zuweilen ist es richtig spannend. Die Spannung und Begeisterung der kleinen Theaterbesucher war gestern Morgen deutlich zu spüren in der Burg Holtzbrinck verfolgten sie die poetische Aufführung des Theater Wilde Hummel.               "Wie die Schlange zu ihrer Klapper kam", lautete der Titel des Stücks. Ohne viele Worte kam es aus und auch ohne besonders aufwändige Bühnendekoration.      Die "Göttin",    

 die Elefant, Krokodil, Nashorn und Vogel aus Knete formte, faszinierte vielmehr durch ihre Gestik und durch einfühlsames Schauspiel. Das spiegelte sich auch im Szenenapplaus wieder, den die kleinen Theaterbesucher zuerst mit unsicherer Zurückhaltung, dann immer selbstsicherer spendeten. Ganz selbst verständlich tauchten die Kinder ein in die fantastische Welt, die sich auf der kleinen Bühne rund um den rustikalen Holztisch eröffnete.      Zwei Aufführungen des Theaters Wilde Hummel für insgesamt 280 Grundschüler bildeten gestern den Auftakt  der Theaterwoche.                                   

 

Ruhr Nachrichten                                                Montag, 5 Februar 2002

 

Wie die Schlange zu ihrer Klapper kam

    Nach der Premiere des Theaters Wild Hummel gab es StandingOvations.   

Bei der Erschaffung der Tierwelt war die Göttin seinerzeit nicht voll konzentriert. Sie formte zwar ganz akribisch aus Lehm die unterschiedlichsten Gestalten und buk sie in einem alten Ofen, aber am Ende, oh weh, blieb ein kleines Stück Rohstoff übrig. Was tun?                                      Im ,,AKKIBO Theater" war am Samstag das Theater ,,Wilde Hummel" mit dem Stück ,,Wie die Schlange zu ihrer Klapper kam" zu Gast, füllte die Ränge mit Kindern und Erwachsenen gleichermaßen und erklärte auf seine   ganz   eigene   Weise   ein

Stück der Welt. Und das Publikum war kritisch, besonders das junge. Als die Göttin den Rest Lehm zu einer jämmerlichen Rolle geformt hatte und fragend in die Höhe hielt, kommentierte ein Junge forsch: ,,Oder doch besser eine Möhre?"                    Das Theater arbeitet mit wenigen Mitteln sehr eindringlich. Auf der kleinen wunderschönen Bühne, die sich mit wenigen Handgriffen von der Backstube in den Himmel umgestalten ließ, spielte die Schauspielerin Silke Geyer mehr   pantomimisch  als

 

mit dem  gesprochenen Wort. Mit viel Liebe zum Detail bei der Gestaltung und akzentuierten Gesten entwarf sie so eine dichte, klare und spannende Geschichte von der Erschaffung der Welt und hielt die vielköpfige Kinderschar eine knappe Stunde in ihrem Bann.    Gut auch, dass das Stück auf allzuviel moralischen Belehrungsanspruch verzichtete bei Kindertheater eine sonst häufig anzutreffende Kategorie. Am Ende zeigten sich die Kleinen theatererprobt und erhoben sich zu Standing Ovations.                                   jo

                                   


Zeitu-Schla-Altena-bunt.jpg (9498 Byte)

Die Schöpfung nach dem Sturm

die bekamen gestern mehr als 270 Grundschüler zu sehen. Die Kindertheaterwoche begann am Anfang der Welt:                   Die Bochumer Bühne erzählte ihre Version der Schöpfüngs-geschichte. Eine windige Sache zunächst. Silke Geyer muss als Göttin den Sturm ausschalten, um in Ruhe erschaffen zu können. ,,Wie die Schlange zu ihrer Klapper kam"‘ erfuhren die Erst- und Zweitklässler.

Das geschlauchte Wesen ist ein Außenseiter, der erst aus Mitleid einen   Giftzahn, dann aus Vorsicht - ein Hase ist gestorben - die Klapper bekommt. Der Weg zum Frieden ist voller Poesie. Durch Silke Geyers großartig-sensibles Spiel bekommen die Kinder einen Draht zu den Figuren, an denen die Künstlerin ,,die Ecken und Kanten" liebt.

 

 

Wenn beim Theaterspielen vor einem Familienpublikum eine Geschichte erzählt werden soll, die alle Zuschauer berührt ob jung oder alt , wenn eine Geschichte erzählt werden soll, die auf unterhaltsame Weise Fragen aufwirft, und die deshalb zum Gesprächsanlass taugt zwischen Eltern und Kindern,wenn

 

eine Geschichte erzählt werden soll, die nicht vorschnell mit Lösungen aufwartet, sondern Anregungen zur Auseinandersetzung mit einem Thema gibt, das dem Zuschauer nahe ist, dann ist das hier gelungen: Eine Familienvorstellung im besten Sinn                              von Helmut Pogerth

 

 

Wie die Schlange zu ihrer Klapper kam

Von Jörg Kolesza                         

Die neue Spielzeit des Bochumer Kindertheaters ist eröffnet: Das Theater Wilde Hummel spielte an der Lothringer Straße 36 die Tierfabel ,,Wie die Schlange zu ihrer Klapper kam".                       Am Anfang schuf eine Göttin (Silke Geyer) in einer kargen, dunklen Stube die Tiere - jedes nach seiner Art. In der Stube zieht‘s und pfeift‘s. Man muss der Göttin schon zusehen, die redet nicht viel, sondern knetet die Tiere aus Lehm und brennt sie in einem rostigen Ofen. Heraus kommt - dreimal so groß - der Elefant, das Krokodil, das Nashorn, das Kamel, der vorwitzige Hase und die Schlange.                                        Zu rhythmischer Musik - das Stück hat eine tolle musikalische Untermalung - gibt die, solo agierende,  Silke Geyer den Tieren

ihren Charakter. Der  Elefant trom- petet Fanfaren und das Nashorn setzt sich behäbig an den Rand.        Der Hase ist ein Schelm, er ärgert die Schlange, und die kann sich nicht wehren: Sie hat keine Beine und keine Zähne. Ein Transparent wird ausgefahren und die Schlange kriecht von der Erde in den Himmel und will Hilfe von der Göttin.           Da bekommt sie einen Giftzahn und fortan haben die Tiere Angst und der Hase fällt der Schlange gar zum Opfer - ein seltsam anrührender Moment, wenn er mit Engelsflügeln in ein Seelenreich entschwebt.        Die Tiere wollen aber friedlich zusammen leben und so bekommt die Schlange noch eine Klapper, damit sie gehört wird, wenn sie angekrochen kommt.                    Reizvoll entwickelt sich die Kreativität im Stück. Das Gestalten der Figuren, der Charakter der einzelnen Tiere - das alles ist für Kinder höchst anregend.

 

zurück